Museum Werdenfels: Die Vergangenheit Garmisch-Partenkirchens

Wer an die Zugspitze denkt, der hat automatisch auch den langwierigen, anstrengenden Aufstieg im Kopf. Ein Foto vom Gipfel zu bekommen, gestaltet sich also eher schwierig. Eine einfache Lösung bietet das Museum Werdenfels in Garmisch-Partenkirchen mit seinen 21 Räumen, die Exponate aus der Region präsentieren.

Wer gerne in den vollen Genuss der Natur in Garmisch-Partenkirchen komme möchte, muss nicht gezwungenermaßen die Zugspitze besteigen, sondern kann auch einfach einen Abstecher ins Museum Werdenfels machen.

Das Museum Werdenfels in Garmisch-Partenkirchen als Archiv

In einem eigenen Raum im Museum Werdenfels in Garmisch-Partenkirchen wird das originale Gipfelkreuz ausgestellt. 1851 wurde es zuvor in 28 Einzelteilen auf den Gipfel und 100 Jahre später zur Restauration wieder ins Tal hinabgebracht. Über die Jahre entstanden aber gravierende Schäden durch Blitzeinschläge oder Schießübungen amerikanischer Soldaten. So machte das vergoldete Kreuz einiges mit. Statt einer Generalüberholung wurde ein neues Kreuz auf den Gipfel gebracht, das alte wartet nun im Tal neben anderen historischen Gegenständen auf neugierige Entdecker. Eine Vielzahl an kuriosen Ausstellungsstücken aus dem Werdenfelser Landkreis locken Interessierte in das Museum.

Nigelnagelneu

Erst im Sommer 2019 wurde der Umbau des Museums Werdenfels in Garmisch-Partenkirchen eingeweiht, erzählt der Museumsleiter Josef Kümmerle. „Seitdem stehen uns über 100 Quadratmeter Ausstellungsraum zur Verfügung. Außerdem ist der Großteil des Museums nun rollstuhlgerecht ausgebaut. Sogar mobile Rampen haben wir bereitstehen.“ Seither glänzt das Museum mit einem weiteren Highlight. „Ganz oben führt ein Steg zum Fenster im Giebel. Von dort aus hat man den perfekten Blick auf den Gipfel“, schwärmt Josef Kümmerle.

Zeitreise im Museum Werdenfels: Von der Vergangenheit in die Gegenwart

Einige Räume des Museums Werdenfels konzentrieren sich auf das Leben der Vorfahren in der umliegenden Region Garmisch-Partenkirchens. In der Trachten- und Schmucksammlung lässt es sich auf den historischen Spuren wandeln. Nebenan zeigt eine originale Bauernstube den ländlichen Alltag.  Andere Zimmer wie das bürgerliche Schlafzimmer oder die Austragsstube zeigen traditionelle Möbel im Laufe der Jahrhunderte. Ein ganzer Raum widmet sich dem besonderen Faschingsfest hier: Im Fasnachtsraum gibt es Kostüme und Masken zu bestaunen. Zu sehen gibt es außerdem religiöse Volkskunst der Gegend und regionale Künstler. Einer der Räume zeigt zum Beispiel Werke von Ignaz Günther, dem bedeutendsten Bildhauer des bayerischen Rokoko.

Traditionelle Künstler und der Blick in die Hölle

Diese heimischen Maler und Handwerker finden sich auch in einem anderen Raum wieder: Im Museum Werdenfels gibt es eine außerordentliche Sammlung an Weihnachtskrippen. „Drei von unseren Krippen sind größer als zwei Quadratmeter. Besonders außergewöhnlich ist die, die wir 2016 in Auftrag gegeben haben“, erzählt der Museumleiter des Museum Werdenfels aus Garmisch-Partenkirchen. „Anders als bei den üblichen Krippen steht das Jesuskind im Vordergrund. Über ihm schwebt der Stern von Bethlehem: Auf seinen Strahlen sind alle Weltreligionen abgebildet, denn Jesus ist für die ganze Welt gekommen. Das verdeutlichen auch die vielen Hirten und Hirtinnen verschiedener Kulturen und Herkunft. Sogar die Unterwelt hat der Künstler dargestellt“, erklärt Josef Kümmerle. „Also wenn’s mal in’d Hölle schauen wollen, kommen’s rein zu uns.“

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